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AV-Klappenerkrankungen

Die interventionelle Therapie der Mitralklappenerkrankungen hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung zugenommen. Dies liegt vor allem daran, dass mit dem MitraClip-Verfahren das Behandlungsspektrum der Mitralklappeninsuffizienz bei Hochrisiko-Patienten erweitert wurde (Abbildung 1). So werden in Deutschland jährlich etwa 5000 kathetergestützte Eingriffe zur Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz durchgeführt an über 100 Zentren durchgeführt.

Darüber hinaus sind eine Reihe anderer Verfahren entwickelt und zum Teil zur klinischen Anwendung gebracht worden, zu denen die Implantation künstlicher Chordae, Verfahren zur direkten Anuloplastie und zuletzt auch interventionell implantierbare Klappenprothesen zählen. Als Option für die Behandlung degenerierter Bioprothesen oder bei rekurriender Mitralklappeninsuffizienz nach chriurgischer Anuloplastie gewinnt die Valve-in-Valve- beziehungsweise Valve-in-Ring-Implantation zunehmend größere Bedeutung.

 

 

Der Arbeitskreis „Interventionelle Mitralklappentherapie“ der AGIK ist mit dem Ziel gegründet worden, den Erfahrungsaustausch bei der Anwendung neuer, katheterbasierter Therapieverfahren zur Behandlung der Mitralklappe zu intensivieren und damit die klinische Etablierung zu unterstützen. Dieser Erfahrungsaustausch soll auf verschiedenen Ebenen gefördert werden:

 

1) Diskussion der Behandlungsmethoden und –ergebnisse in informellen Anwendertreffen und anwenderorientierten „Workshops“ und Symposien

2) Ausarbeitung von Ausbildungskonzepten

3) Ausarbeitung von Behandlungsempfehlungen zu den jeweiligen interventionellen

Therapieansätzen

4) Konzeption und Koordination von Studienansätzen

5) Unterstützung von qualitätssichernden Maßnahmen

Für die MitraClip-Therapie als derzeit klinisch am weitesten fortgeschrittenen, interventionellen Therapieverfahren zur Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz ist dieser Ansatz beginnend im Juli 2011 bereits zum großen Teil umgesetzt worden. Deshalb konnte kürzlich ein „Consensus-Manuskript“ des Arbeitskreises und der ALKK, das die Erfahrungen der Kliniken in Deutschland mit den höchsten MitraClip-Implantationszahlen zusammenfasst, über den Nukleus der AGIK dem Vorstand der DGK vorgelegt werden. Nach
Abstimmung mit der DGK wurde dieses anwenderoriente Manuskript dann im Jahr 2013 und anschließend 2018 in überarbeiteter Fassung veröffentlicht.

Weitere aktuelle Punkte sind:

  1. Vorbereitung eines deutschlandweites Registers zur Abbildung der Versorgungsrealität, dessen Einführung ab dem Jahr 2020 parallel zur dann verpflichtenden Qualitätssicherung geführt werden soll
  2. Vorbereitung der Zertifizierung von AV-Klappenzentren
  3. Vertretung und Mitinitierung der Matterhorn-Studie, Beginn ca. 2015,
    mit u.a. Vorschlag und Beschluß der Standardisierung des Vorgehens bei
    MitraClip-Prozedur
  4. Jährliche Veranstaltung des Interventionellen Symposiums für interventionelle Mitralklappentherapie

Zusammenfassend möchte der Arbeitskreis „Interventionelle Mitralklappentherapie“ der AGIK weiterhin als Plattform für einen intensiven, klinikorientierten Erfahrungsaustauch dienen und steht hierfür allen interessierten Anwendern von innovativen katheterbasierten Verfahren zur Behandlung der Mitralklappe offen.


Sprecher

Prof. Dr. med. Peter Boekstegers

Helios Klinikum Siegburg
Medizinische Klinik – Kardiologie/Angiologie
Ringstraße 49
53721 Siegburg

Telefon: 02241 18-22 68 oder -22 73
Telefax: 02241 18-30 40
E-Mail: peter.boekstegers@helios-kliniken.de

 


Stellv. Sprecher

Prof. Dr. Volker Rudolph

Klinik für Kardiologie
Herz- und Diabeteszentrum NRW
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Georgstraße 11
32545 Bad Oeynhausen

Tel.: 05731 97-1276
Fax.: 05731 97-1286
E-Mail: vrudolph@hdz-nrw.de

 

 

Bilder: Modifiziert nach CardioNews 06/2018